Arbeitnehmer müssen vor überlangen Arbeitszeiten geschützt werden

 

Die Sozialdemokratische Fraktion forderte heute die EU-Kommission zum Handeln auf, nachdem die europäischen Sozialpartner – die Vertreter der Arbeitgeber und der Gewerkschaften – sich nicht auf eine Änderung der Arbeitszeitrichtlinie einigen konnten.
 
S&D Fraktionschef Hannes Swoboda sagte dazu:
 
„Ich bedauere es außerordentlich, dass die Sozialpartner nach monatelangen Verhandlungen nicht in der Lage waren, eine Einigung zu erreichen, um die Arbeitnehmer vor überlangen Arbeitszeiten zu schützen.
 
Wir sind der festen Überzeugung, dass alle Arbeitnehmer in allen Mitgliedsstaaten vor überlangen Arbeitszeiten per Gesetz geschützt werden müssen. Wie der Europäische Gewerkschaftsbund wollen wir eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 48 Stunden ohne Opt-Out-Klauseln oder Ausnahmeregelungen für einzelne Mitgliedsstaaten einführen. Jetzt muss die EU-Kommission handeln.“
 
Der für soziale Angelegenheiten zuständige Fraktionsvizevorsitzende Stephen Hughes sagte:
 
„Dieses Scheitern ist eine verpasste Gelegenheit. Mit der Zeit zwingen sogar noch mehr Mitgliedsstaaten ihren Bürgern überlange Arbeitszeiten auf, indem sie die Opt-Out-Möglichkeit in diesem EU-Gesetz nutzen.
 
Lange Arbeitszeiten beeinträchtigen die Qualität des Privat- und Familienlebens und bedrohen die Gesundheit und die Sicherheit. Wir müssen die Opt-Outs und Ausnahmeregelungen für einzelne Mitgliedsländer abschaffen.“
 
Der sozialpolitische Fraktionssprecher Alejandro Cercas sagte:
 
„Der Ball ist jetzt bei der EU-Kommission. Wir erwarten einen starken und klaren Vorschlag im Einklang mit den europäischen Gesetzen und den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation.
 
Die Sozialdemokratische Fraktion wird bei den Verhandlungen im Beschäftigungs- und Sozialausschuss federführend sein. Wir werden unser Bestes tun, um eine starke parteiübergreifende Mehrheit für einen Kompromiss zu gewinnen, der die Grundwerte der EU und des sozialen Europas achtet.“

 

 
Solange Hélin Villes
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