Pittella zu Nigeria: Die dramatische humanitäre Situation erfordert internationale Unterstützung

The S&D Group in the European Parliament strongly condemns the ongoing and increasingly disturbing violence in Nigeria and in Kenya

Trotz ermutigender Bemühungen der neu gewählten Regierung Nigerias wird die Krise im Norden des Landes immer besorgniserregender. Während die Armee Maßnahmen zur Bekämpfung von Boko Haram startet, dauern die Angriffe der Terrorgruppe auf Zivilisten an. In den letzten zwei Jahren sind 1,5 Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben worden und vier Millionen leiden an Hunger, während 200.000 Menschen in bereits fragilen Nachbarländern Zuflucht gesucht haben. 

Gianni Pittella, Vorsitzender der Sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament, sagte dazu: 

„Radikaler Extremismus ist eine globale Bedrohung, die eine globale Lösung erfordert. Boko Haram ist kein nigerianisches oder afrikanisches Problem, es ist auch unser Problem. Die nigerianische Regierung trägt zwar weiterhin die Hauptverantwortung für den Kampf gegen Boko Haram und die humanitäre Hilfe für die Notleidenden im Land, aber dabei braucht sie viel mehr internationale Unterstützung.  

Die Sozialdemokratische Fraktion wird im Dezember dieses Jahres eine Afrika-Woche im Europäischen Parlament veranstalten. Ich habe dem Parlamentspräsidenten Martin Schulz vorgeschlagen, den neu gewählten Präsidenten Nigerias, Muhammadu Buhari, zu einer Rede vor dem Plenum des Parlaments im Rahmen dieser Afrika-Woche einzuladen.“

Der stellvertretende S&D Fraktionsvorsitzende Enrique Guerrero Salom, Berichterstatter des Europaparlaments für humanitäre Hilfe, sagte: 

„Das vorrangige Ziel muss im Augenblick sein, der Bevölkerung zu helfen und die Rückkehr der Vertriebenen zu planen. Natürlich ist die Regierung dafür hauptverantwortlich, aber wir müssen die gezeigten Bemühungen unterstützen und uns zu mehr Hilfe verpflichten. Wir begrüßen die Zusage für zusätzliche Mittel in Höhe von 21 Millionen Euro durch den EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Christos Stylianides, nach seinem jüngsten Besuch in der Region.

Wir sollten auch nicht vergessen, dass diese Krise eine regionale Lösung unter Einbeziehung aller betroffenen Staaten – insbesondere Kamerun, Tschad und Niger – erfordert.“