Sozialdemokraten fordern Mitgliedsstaaten auf, das geschlechtsspezifische Lohngefälle jährlich um 2% zu verringern

S&Ds call on member states to reduce gender pay gap by 2 percent per year, Iratxe García Pérez, Zita Gurmai, #ourfightwomensrights,

Die Sozialdemokratische Fraktion forderte die EU-Mitgliedsstaaten heute im Rahmen der Plenartagung des Europäischen Parlaments auf, das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen in den nächsten fünf Jahren um 2% pro Jahr zu verringern. Trotz Fortschritten in den letzten Jahren verdienen Frauen für die gleiche Arbeit im Schnitt immer noch 16% weniger als Männer. Das bedeutet, dass Frauen zehn Jahre früher zu arbeiten beginnen müssten, um in ihrem Berufsleben gleich viel zu verdienen wie Männer.

Die Sozialdemokraten setzen sich seit langem für gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit ein und fordern eine Überarbeitung des EU-Rechts, um diese Situation zu verbessern. Wir wollen zwingende Transparenz für Lohnberichte, Aktionspläne zur Gleichstellung (Gender-Aktionspläne) in Unternehmen und Prüfungen zur Verringerung der Lohnunterschiede einführen.

Die sozialdemokratische Fraktionssprecherin für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter, Iratxe García Pérez, sagte dazu:

„Heute ist der Tag des geschlechtsspezifischen Lohngefälles. Das Mindeste, was wir sagen können, ist, dass es viel zu tun gibt, um die Situation von Millionen arbeitender Frauen in Europa zu verbessern, die weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Tatsächlich werden die Fähigkeiten von Frauen, die gleich gut oder manchmal höher qualifiziert sind als Männer, oft nicht so hoch bewertet wie jene von Männern, und ihre berufliche Entwicklung kommt langsamer voran. Diese Situation führt zu einem durchschnittlichen geschlechtsspezifischen Lohngefälle von 16% in der Europäischen Union. Das ist nicht nur rechtswidrig und diskriminierend für Frauen, sondern auch sozial ungerecht, denn eine ungleiche Entlohnung wird letztendlich zu einem großen Pensionsgefälle führen, das derzeit im europaweiten Durchschnitt 40% beträgt.

Solange das geschlechtsspezifische Lohngefälle besteht, können wir unsere Gesellschaft nicht als faire und gleichberechtigte Gesellschaft bezeichnen. Deshalb fordern wir die Unternehmen auf, ihre Gehälter zu veröffentlichen und Gender-Aktionspläne zu beschließen, um die Gleichstellung von Frauen und Männern zu gewährleisten.“

Zita Gurmai, Vorsitzende der SPE-Frauen und Leiterin der Kampagne „Start sooner for an equal pay later“, fügte hinzu:

„Es ist inakzeptabel, dass die europäischen Frauen im 21. Jahrhundert immer noch durchschnittlich 16% weniger verdienen als Männer. Sie müssten jedes Jahr zwei Monate mehr arbeiten, also bis zum 1. März des folgenden Jahres, um gleich viel zu verdienen wie ihre männlichen Kollegen. Deshalb haben die SPE-Frauen am Europäischen Tag des gleichen Entgelts das Video „Start sooner for an equal pay later“ lanciert, um die Bevölkerung für das Problem zu sensibilisieren und die EU unter Druck zu setzen, um konkrete Maßnahmen zur Verringerung des Gefälles um jährlich 2% pro Mitgliedsstaat für alle Altersgruppen zu ergreifen, darunter auch Prüfungen zur Überwachung der Entwicklung und abschreckende Sanktionen.“

 

Hintergrundinformationen über das geschlechtsspezifische Lohngefälle:

Das geschlechtsspezifische Lohngefälle bezieht sich auf den Unterschied zwischen den durchschnittlichen Bruttostundenlöhnen von Frauen und Männern in der gesamten Volkswirtschaft.

Die geschlechtsspezifische Gesamteinkommenslücke ist der Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Jahresverdienst von Frauen und Männern.

 

  •  EU-weit verdienen Frauen pro Stunde 16,3% weniger als Männer
  •  Frauen müssten zehn Jahre mehr arbeiten oder zehn Jahre früher anfangen, um im Laufe ihres Lebens gleich viel zu verdienen wie Männer
  •  Nur 2,8% der Geschäftsführer/CEOs sind Frauen
  •  Niedrigere Löhne bedeuten niedrigere Pensionen für Frauen: 22% der Frauen werden im Ruhestand ein Armutsrisiko haben, gegenüber 16% der Männer
  •  Die Lohnunterschiede sind von Land zu Land verschieden: Italien (7%) und Bulgarien (15%) schneiden am besten ab, während Estland (28%) und Deutschland (22%) am schlechtesten dastehen
  •  Folgende Faktoren tragen unter anderem zum geschlechtsspezifischen Lohngefälle bei: die Tatsache, dass leitende und verantwortliche Positionen größtenteils von Männern bekleidet werden; Frauen übernehmen wichtige unbezahlte Aufgaben wie den Haushalt und die Betreuung der Kinder; Unterbrechungen der beruflichen Laufbahn; Segregation in der Bildung und im Arbeitsmarkt; Lohndiskriminierung
  • Derzeit beträgt die durchschnittliche Gesamteinkommenslücke zwischen Frauen und Männern in der EU 41,1%
  • Die geschlechtsspezifische Einkommenslücke ist bedingt durch niedrigere Stundenlöhne, weniger Arbeit in bezahlten Beschäftigungen und niedrigere Beschäftigungsquoten

 

Der Tag des gleichen Entgelts ist eine Initiative zur Förderung der Bemühungen von fortschrittlichen Frauenorganisationen, um das Problem des Lohngefälles zwischen Männern und Frauen anzugehen.

 

Hier können Sie mehr über die SPE-Kampagne erfahren

 

Hier können Sie das Video der SPE-Kampagne für gleichen Lohn ansehen: