Die europäische Statistikbehörde Eurostat veröffentlichte gestern die offiziellen Arbeitslosenzahlen für die Eurozone. Im Durchschnitt der 17 Staaten liegt die Arbeitslosigkeit bei 11,2%, die Jugendarbeitslosigkeit bei 22,4%. Die Zahlen vom Juni erreichen damit einen neuen Höchststand in der Geschichte der Währungsunion.
Hannes Swoboda, Präsident der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament, forderte stärkere politische Verantwortung für ein Ende der Krise:
"Angesichts der ungelösten Probleme in der Eurozone und der erneut gestiegenen Arbeitslosigkeit bleibt die Politik unverantwortlich abwesend. Wenn auf Risken und Kosten einer aktiven Intervention der Europäischen Zentralbank (EZB) verwiesen wird, so werden die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Kosten der hohen Arbeitslosigkeit vergessen oder verniedlicht.
"Die jüngsten Arbeitsmarktdaten zeigen, dass die Arbeitslosigkeit mit wenigen Ausnahmen skandalös hoch ist. Aber die generelle Wirtschaftsentwicklung droht auch jene Länder einzuholen, die bisher noch eine akzeptable Arbeitsmarktsituation haben. Und auch in diesen Staaten nimmt die Anzahl der prekären Arbeitsverhältnisse zu."
Hannes Swoboda forderte grünes Licht für direkte Marktinterventionen durch die Europäische Zentralbank und ein positives Zeichen von Deutschland:
"Es wird immer klarer, dass die gegenwärtige Krise durch öffentliches und privates Sparen allein nicht zu lösen ist. Extreme Austerität führt sogar zum Gegenteil. Die inzwischen auf EU-Ebene gesetzlich geregelte Budgetkonsolidierung muss mit einer aktiven Marktintervention und verstärkten Investitionen verbunden werden. Mario Draghi, der sich als umsichtiger EZB-Präsident erwiesen hat, sollte endlich von der Politik grünes Licht für aktive Marktinterventionen bekommen.
"Eine positive Haltung Deutschlands für aktive Marktinterventionen ist jetzt notwendig. Deutschland hat bereits viel für die Stabilität der Eurozone gemacht. Aber all das würde verloren gehen, wenn man der EZB und den Rettungsfonds jetzt nicht die Möglichkeit gibt, den Finanzmärkten ein klares Signal - ein klares Bekenntnis zum Euro - zu geben."
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Swoboda : 'Wo bleibt die politische Verantwortung in der Eurozone? EZB braucht grünes Licht seitens der Politik!'

















