Kadenbach: Der Kebabspieß dreht sich weiter

Karin KADENBACH

EU-Parlament plante nie Dönerverbot

Wien (OTS/SK) - „Heute wurde im EU-Parlament über die Zulassung von Phosphat als Lebensmittel-Zusatzstoff für tiefgekühlte Fleischhalbfertigprodukte abgestimmt. Fälschlich wurde das im Vorfeld als ein geplantes Kebabverbot kommuniziert. In Wirklichkeit ist es so, dass die Rechtslage über den Einsatz von Phosphat in Tiefkühlprodukten derzeit unklar ist. Wir hätten vor einem endgültigen Beschluss gerne die Ergebnisse der europäischen Gesundheitsagentur EFSA abgewartet, die eine eventuelle Gesundheitsgefährdung durch Phosphate in Lebensmittel untersucht. Denn auch hier sollte das Vorsorgeprinzip gelten: Zuerst sollte erwiesen sein, dass ein Produkt oder ein Verfahren sicher ist und erst danach erfolgt eine Zulassung. Leider haben sich hier einmal mehr die Industrieinteressen wenn auch denkbar knapp durchgesetzt. Fälschlicherweise war in diesem Zusammenhang immer wieder von einem geplanten Kebabverbot die Rede - ein solches war und ist nicht geplant! Der Kebabspieß wird sich weiter drehen - mit oder ohne Phosphate, denn es gibt schon heute gefrorene Kebabspieße am Markt, die ganz ohne Phosphate hergestellt werden“, sagt Karin Kadenbach, die Gesundheitssprecherin der SPÖ-EU-Abgeordneten. ****

„Bei Gesundheitsbedenken müssen wir konsequent sein. Diese gibt es beispielsweise bei Glyphosat, weswegen ich mich immer für ein rasches Verbot dieses Vernichtungsmittels ausgesprochen habe, Gesundheitsbedenken gibt es aber auch bei Phosphaten in Lebensmitteln. Wir als Gesundheits- und Umweltausschuss des EU-Parlaments haben immer die Gesundheit der KonsumentInnen im Blick. Bevor wir einen Blankoscheck für weitere Ausnahmen vom Verbot von Phosphat als Lebensmittel-Zusatzstoff ausstellen, hätten wir dafür plädiert, die Studienergebnisse abzuwarten. Sollte es keine Bedenken geben, dann wäre Phosphat in Tiefkühlprodukten verwendbar. Bei Gesundheitsbedenken wären hingegen neue Vorschriften und Grenzwerte ausgearbeitet worden. Keine dieser Optionen hätte ein Kebabverbot bedeutet“, schließt Kadenbach. (Schluss) sc/mp

Country: 
Austria