• Die Welt ist mit einer zunehmenden Zahl von Konflikten, Naturkatastrophen und humanitären Notlagen konfrontiert. Unter den Betroffenen sind die Kinder die Verletzlichsten.

    Eine ganze Generation von Kindern, insbesondere Mädchen und junge Frauen, hat ohne Bildung eine düstere Zukunft vor sich.

    Wir müssen in ihre Zukunft investieren!

1 milliarde kinder und junge menschen leben in konfliktgebieten

Aber nur 1.95% der weltweiten humanitären Hilfe werden für Bildung bereitgestellt

Bildung ist entscheidend

Bildung spielt eine Schlüsselrolle bei der Verhinderung von durch Menschen verursachten Krisen, indem sie hilft, Konflikte zu vermeiden und einen Teufelskreis der Gewalt in Situationen nach Konflikten zu verhindern.

Bildung in humanitären Notlagen ist unerlässlich, um sich mit zentralen Fragestellungen auf der europäischen und globalen politischen Agenda auseinanderzusetzen, zu denen beispielsweise Migration und Sicherheit zählen.

Dennoch werden nur 1,95% der humanitären Hilfe weltweit für Bildung bereitgestellt. Und dies trotz der Tatsache, dass die betroffenen Gemeinschaften in humanitären Krisensituationen üblicherweise die Ausbildung ihrer Kinder als eine wesentliche Priorität betrachten, gleich nach den existenzsichernden Grundbedürfnissen. Diese Gemeinschaften unternehmen oft erhebliche Anstrengungen und bringen große Opfer, um sicherzustellen, dass die Ausbildung ihrer Kinder fortgesetzt werden kann.

Die EU und die Völkergemeinschaft sollten auf dieses klare Bedürfnis reagieren, indem sie sich darauf konzentrieren, in den Zugang zur Bildung für Kinder zu investieren, die von humanitären Krisen betroffen sind.

Unser Aufruf zum Handeln ist in den nachfolgenden Abschnitten dargelegt. Hier können Sie die Druckversion herunterladen:

Lesen (EN)

Unser Aufruf Zum Handeln

Für uns in der Sozialdemokratischen Fraktion muss Bildung einen wesentlichen Bestandteil der Antwort auf humanitäre Notfälle darstellen.

Daher schließen wir uns dem Aufruf der weltweiten Bildungsgemeinschaft an die internationalen Geber an, 4% der humanitären Hilfe für Bildung zur Verfügung zu stellen. Würden 4% dieser Ausgaben für die Mittel für Bildung in Krisensituationen verwendet, könnten rund 7 Millionen Kinder in Notlagen von entsprechenden Bildungsprogrammen profitieren.

Gleichzeitig würde dadurch eine dringend notwendige stärkere Verknüpfung zwischen Maßnahmen der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit geschaffen.
Als ersten Schritt auf diesem Weg sollte die EU ihren Beitrag leisten und 4% ihrer humanitären Hilfe für die Bildung reservieren.

Ein besserer Zugang zur Bildung führt zu besseren wirtschaftlichen Aussichten und zu einer besseren Gesundheit und macht uns alle zu besseren Bürgerinnen und Bürgern. Das hat gleichzeitig tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesellschaft als Ganzes.

Eine Verdoppelung des Anteils junger Menschen mit Hauptschulbildung von 30% auf 60% könnte das Konfliktrisiko halbieren. Eine hochwertige Ausbildung mag vielleicht nicht ausreichen, um Extremismen entgegenzuwirken, aber sie könnte eine entscheidende Rolle dabei spielen, jungen Menschen zu helfen, Anwerbeversuchen extremistischer Organisationen zu widerstehen.

Bildung kann Toleranz fördern und die Entwicklung zu Weltbürgern unterstützen. Sie ist von entscheidender Bedeutung für friedliche Gesellschaften ohne Ausgrenzung.

Unser Ziel

Eine Erhöhung des Anteils der Ausgaben für humanitäre Hilfe von

bis 2018

Die Nummern

Bildung ist weiterhin der weltweit am schwächsten finanzierte humanitäre Sektor, mit weniger als 2% der gesamten Mittel für humanitäre Hilfeg.

 

Die weltweiten gesamtausgaben

Für humanitäre hilfe im jahr 2014 beliefen sich auf 24,5 milliarden us-dollar, aber weniger als 500 millionen us-dollar wurden für bildung bereitgestellt.

 

12% der menschen

Könnten aus der armut geholt werden, wenn alle schülerinnen und schüler in den armen ländern grundkenntnisse im lesen hätten.

 

Im jahr 2014

Haben die eu-institutionen 2,3 milliarden us-dollar für humanitäre hilfe bereitgestellt.

 

61 millionen

Kinder im grundschulalter gehen nicht zur schule. Über die hälfte davon leben in armen, von konflikten betroffenen ländern.

 

Geschlechtsspezifische ungleichheiten

Werden durch konflikte weiter verschärft. Die wahrscheinlichkeit, dass mädchen keine schule besuchen, ist fast 2,5 mal höher, wenn sie in konfliktbetroffenen ländern leben.

 

Junge frauen

In konfliktgebieten besuchen mit 90% höherer wahrscheinlichkeit als ihre männlichen altersgenossen in anderen gegenden keine sekundarschule.

 

Über 226 millionen

Kinder besuchen keine weiterführende schule.

 

Kinder von gebildeten frauen

Sind mit geringerer wahrscheinlichkeit zu klein oder unterernährt. Tatsächlich trägt jedes zusätzliche bildungsjahr für mütter zur senkung der kindersterblichkeit um 2% bei.

 

Gebildete mädchen

Und frauen sind weniger anfällig für eine ansteckung mit hiv/aids, menschenhandel und andere formen der ausbeutung. Sie heiraten eher später und haben weniger kinder. Eine schulbildung kann helfen, die ausbreitung ansteckender krankheiten einzudämmen.

 

Konfliktbetroffene kinder

Gehen mit mehr als doppelt so hoher wahrscheinlichkeit nicht zur schule wie kinder in ländern, die nicht von konflikten betroffen sind.

 

Bildung befähigt

Frauen, gesunde entscheidungen über ihr leben zu treffen. So haben beispielsweise frauen in mali mit sekundarschulbildung oder höherer bildung durchschnittlich drei kinder, während frauen ohne schulbildung durchschnittlich sieben kinder haben.

 

Ein zusätzliches schuljahr

Kann das einkommen einer frau um 10% bis 20% steigern.

 

219 us-dollar

Sind durchschnittlich pro kind für eine hochwertige grundschulbildung erforderlich, und 353 us-dollar pro kind für einen bildungsabschluss der unteren sekundarstufe.

 

4 millionen

Neue unterrichtsräume werden in den ärmsten ländern der welt für jene kinder benötigt, die nicht zur schule gehen.

 

2 millionen

Zusätzliche lehrer werden gebraucht.

 

33,8 millionen

Kinder und jugendliche in konfliktbetroffenen ländern besuchen keine schule.

 

Humanitäre hilfe

Machte im jahr 2014 nur 36% der finanzierungsanträge für den bildungsbereich aus, im vergleich zu 60% für andere sektoren.

 

38 us-dollar

Pro kind und 113 us-dollar pro jugendlichem beträgt die finanzierungslücke für bildung in konfliktgebieten.

 

Ein drittel der hilfsaufrufe

Stellten keine humanitäre hilfe für bildung bereit.

 

Quellen:

Unesco, vereinte nationen, europäische kommission, save the children, unicef, oecd, center on global counterterrorism cooperation, overseas development institute (institut für entwicklung in übersee), weltbank

Pressemitteilungen

S&D Group TheProgressives ·
2017-09-21

8% increase for the education budget in humanitarian aid! 👏 "A great success for our S&D #EDUCA initiative" says… https://t.co/UScbct6U63