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Einer Delegation des Europäischen Parlaments, die die Enthüllungen der Paradise Papers untersucht, wurde heute ein Treffen mit Appleby auf der Isle of Man verweigert. Die Sozialdemokratische Fraktion bedauert die kurzfristige Absage des Treffens. Damit weigert sich das Unternehmen, das im Zentrum des Paradise-Papers-Skandals steht, schon zum zweiten Mal, sich zu rechtfertigen. Zuvor war Appleby zu einem Meinungsaustausch in den Sonderausschuss des Europaparlaments zu Finanzkriminalität, Steuerhinterziehung und Steuervermeidung (TAX3) eingeladen worden.

 

Die S&D Fraktionssprecherin für die Richtlinie über die strafrechtliche Bekämpfung der Geldwäsche, Ana Gomes, sagte dazu:

"Diese Respektlosigkeit gegenüber einem Parlamentsausschuss ist inakzeptabel und zeigt, dass Appleby nicht gewillt ist, in einen Dialog einzutreten und Wiedergutmachung zu leisten.

Angesichts der Bedeutung, die dieses Unternehmen dem Dialog mit gewählten Volksvertretern beizumessen scheint, fragt man sich, wieviel Begeisterung es wohl für die ordnungsgemäße Durchsetzung der Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung aufbringt."

 

Der S&D Abgeordnete Arndt Kohn, der ebenfalls an dieser Delegation teilnahm, fügte hinzu:

"Wir wollten lediglich einige Fragen stellen und besser verstehen, wie eine Offshore-Anwaltskanzlei sicherstellt, dass sie keine Steuerhinterziehung oder Geldwäsche fördert. Was gibt es wohl zu verbergen, dass gewählten Vertretern des Europäischen Parlaments ein so einfaches Treffen verweigert wird?"

 

Hinweis für die Redaktion

Die Paradise Papers waren ein Datenleck von 13,4 Millionen Dokumenten, die größtenteils von der Offshore-Kanzlei Appleby stammen, zusammen mit Unternehmensregistern in 19 Steuergebieten. Sie enthüllen die Finanzgeschäfte von Politikern, Prominenten, Konzernriesen und Wirtschaftsführern.

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